Wo gibt`s Flinderer in Pegnitz?
Diese Frage galt es am vergangenen Sonntag zu beantworten. Aber erst wurde noch gewandert: insgesamt 27 Wanderer begaben sich dazu bei bestem Wanderwetter auf den Weg ins oberfränkische Pegnitz. Wanderführer Petra und Werner hatten sich hier wieder zwei verschieden lange Wandertouren einfallen lassen.
Vom Parkplatz inmitten Pegnitz startete Werner mit seinen Langwanderern gleich mit einem ersten Anstieg aus dem Ort heraus in westliche Richtung. Über das Flieger-Denkmal (Hubschrauber-Absturz von 1971) ging es zunächst nach Willenberg, ab da folgte der Weg dem idyllischen „gemütlichen“ Brandtal. Am Ende davon gings in Richtung Norden über einen Kreuzweg zur Pirkenreuther Kapelle. Mittlerweile nur noch Ruine, einst dem hl.Georg geweiht, wurde diese erstmals 1366 urkundlich erwähnt. Nun wurde es wieder ernst: steil bergan gings weiter zur Mittagsrast auf dem Gelände der Burgruine Hollenberg – eine spätmittelalterliche Amtsburg, vermutlich von Kaiser Karl IV. in ca. 1360 errichtet. Dort wurden sie bereits von den Kurzwanderern erwartet.
Mit Petra waren diese den Langwanderern ebenfalls über diesen ersten langen Anstieg gefolgt. Auf gleicher Strecke konnten im Brandtal ebenfalls bunte Wiesen mit blühenden Wildblumen bewundert werden. Etwa auf Hälfte des Brandtales wurde dann bereits rechts in nördliche Richtung abgebogen. Nach gemütlichem Waldweg stand schließlich ein heftiger Anstieg vor uns. In Aussicht auf baldige Mittagsrast konnten alle Kräfte mobilisiert werden, um Schritt für Schritt im Direttissima zur Burgruine Hollenberg zu gelangen. Die herrliche Aussicht hier oben ließ die vorherige Anstrengung fast vergessen. Endlich konnten nun die Brote aus dem Rucksack geholt werden.
Nach ausgiebiger Mittagsrast wurden die inzwischen ebenfalls schwitzend angekommenen Langwanderer begrüßt. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto hieß es für die Kurzwanderer, wieder aufzubrechen. Der Abstieg, nun etwas gemütlicher, führte vorbei an mächtigen Felsformationen mit Zwergenhöhle, Hollenstein und Kühloch. Mit dem folgenden Abschnitt des Leo-Jobst-Weges ergab sich der nächste Höhepunkt der Wanderung. Ein angenehmer Waldweg führte abermals vorbei an schönen Felsen – mystisch anmutend teils mit Moos und Efeu überzogen. Nach Unterquerung der Autobahn gings über den „Langen Berg“, ebenfalls wieder einem wunderschönen teils felsgesäumten Waldweg folgend, unserem Ziel, dem Schloßberg-Biergarten entgegen. Bei einer Trinkpause am Waldkindergarten lüftete Petra schließlich noch das Rätsel des „Flinderns“, der 5. Jahreszeit in Pegnitz.
Die Langwanderer genossen indes auf der Ruine Hollenberg ihre ebenfalls ausgiebige Mittagspause. Gestärkt traten sie den Rückweg in nördlicher Richtung über den Ort Hollenberg an. In einem Bogen weiter über Körbeldorf erreichten auch sie den „Langen Berg“ und gingen über die Voitshöhle den Kurzwanderern ein Stück voraus. Allerdings führte ihr Weg noch weiter über den Burgstall Böheimstein auf dem Gipfel des Schloßberges Pegnitz. Der darauf errichtete Aussichtsturm lockte mit herrlicher Aussicht und mußte unbedingt erklommen werden.
Schließlich ebenfalls am Schloßberg-Biergarten angekommen, ließen beide Gruppen bei guter fränkischer Brotzeit den rundum gelungenen Wandertag mit abwechslungsreichen Wegen und Aussichten ausklingen.
PS: Bleibt noch zu erwähnen: das hier ausgeschenkte süffige Flindererbier mußte auf jeden Fall probiert werden.