Sonntagswanderung auf dem Michelfelder Kapellenweg

Sonntagswanderung auf dem Michelfelder Kapellenweg

Spätwinterlicher Einbruch, nach vermeintlich schon eingezogenem Frühling, bescherte uns am vergangenen Sonntag kühle Temperaturen und bedeckten Himmel. Dennoch starteten Wanderführer Werner und Petra mit einer 20-köpfigen Wandergruppe ins vorfränkische Michelfeld. Geparkt werden durfte auf dem Privatparkplatz der Familie Kraus, der Erbauer und Eigentümer der relativ jungen Jakobus-Kapelle. Nach einer kurzen Begrüßung  gaben sie uns einen kleinen Einblick in deren Geschichte.  Als Besonderheit: die Glocke im Türmchen wurde 1747 in Amberg gegossen – bis 2011 läutete sie auf einem alten Anwesen in Nasnitz, beim Glockenschouster.

Werner wählte mit seinen Langwanderern als nächstes Ziel die  Weidlwanger Mühle  mit der2001 eingeweihten Kapelle „Zum guten Hirten“ auf dem Platz der alten Marienkapelle. Er konnte  hier ebenfalls auf eine Besonderheit hinweisen:  Ein Künstler aus dem Südtiroler Grödnertal fertigte die holzgeschnitzte Madonna. Weiter ging´s dann zum Kanonier selbst. Während des 30-jährigen Krieges näherten sich schwedische Truppen.Die verzweifelten Bewohner schleppten einen Pflug und ein hölzernes Rohrund ein Strohpuppe in bayerischer Uniform, auf den alles überragenden Felsen. Die Schweden ließen sich tatsächlich durch die vermeintliche Geschützstellung täuschen und machten einen weiten Bogen um Weidlwang.

Weiter gings nun wieder Richtung Michelfeld,  vorbei an der Preisenkapelle bei Pferrach. In Michelfeld gab’s noch einen kurzen Abstecher in die Friedhofskirche St. Leonhard mit Ölberg aus 1500 bzw.1745. Sie war die erste Michelfelder Pfarrkirche und blieb es fast 700 Jahre lang. Sie soll zuerst aus Holz gewesen sein. Dann war auch schon mit Gaststätte Schindler unsere Mittagseinkehr erreicht. Die Kurzwanderer mit Petra trafen kurz darauf ebenfalls ein.

Petra hatte mit ihrer Gruppe ab Nasnitz die nördliche Richtung eingeschlagen. Zunächst gings vorbei an der 1865 im gotischen Spitzbogen-Stil erbauten St.-Anna-Kapelle. Der Anna-Altar wurde aus der Klosterkirche von Michelfeld transferiert und stand vorher dort im Seitengang. Leider war die Türe verschlossen,  aber durch das Sichtfenster konnte man einen Blick ins Innere des gepflegten Kirchleins erhaschen. 

Die nächste Attraktion war die Mariengrotte in der Bergstüberlhöhle. Am Waldrand und Flembach entlang stießen wir zur Kapelle Heilige Dreifaltigkeit bei Staubershammer. Leicht bergauf erreichten wir Hammerberg. Anschließend wieder abwärts und dem Flembach entlang ging´s weiter Richtung Felsländle. In Saaß besichtigten wir die ins 18. Jh. datierte Marienkapelle und danach die neue Clara-Kapelle der Regens-Wagner-Stiftung.

Nun auch in der Gaststätte angelangt, ließen wir es uns bei vorzüglicher Bewirtung gut gehen. Nach ausgiebiger Mittagsrast und Besichtigung der berühmten Asamkirche gab es noch ein Geburtstags-Schnapserl und Süßes vom Wanderführer.  

Gestärkt und beflügelt traten beide Gruppen, jede für sich, den Rückweg an – jeweils zum Teil auf dem Hinweg der anderen Gruppe mit den noch ausständigen Kapellen,  z.B. in Michelfeld, Sägmühle und Niedernhof.

Wohlbehalten und nicht zu angestrengt am Ausgangspunkt angelangt, waren sich alle einig, es war ein schöner, abwechslungsreicher und durch die Informationen und Hintergründe zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten kurzweiliger Wandertag. Es wurden doch tatsächlich insgesamt 10 Kapellen, 2 Kirchen und eine Grotte besucht.Wo gibt es schon eine Wanderung, während der man gleichzeitig die Grenzen Dreier Regierungsbezirke  (Oberpfalz, Mittelfranken und Oberfranken) überschreitet.

Ein Herzliches Dankeschön von den Wanderführern an alle, die dabei waren.

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