Eiertanz im Nebel: 16 Unerschrockene auf Schlittschuh-Tour durchs Vilstal
Während normale Menschen am Sonntagmittag gemütlich hinter dem warmen Ofen sitzen, trafen sich 16 bekennende Outdoor-Enthusiasten in Hahnbach. Das Ziel: Eine Winterwanderung. Die Realität: Eine Mischung aus Eiskunstlauf ohne Schlittschuhe und Blindflug im Suppentopf.
Schon beim Start in Hahnbach war klar: Der Nebel ist heute dick, dass mit Fernsicht nicht viel los ist – was vielleicht auch besser war, um das Ausmaß der vereisten Wege nicht sofort zu erfassen. Die Route führte uns Richtung Pickenricht, wobei die Gruppe eher an eine Pinguin-Kolonie auf Landgang erinnerte. „Haltung bewahren“ hieß die Devise, während die Wanderstiefel auf den spiegelglatten Wegen ein Eigenleben entwickelten.
Auf dem Fischgründerweg passierten wir den Wüstenaumühlweiher und den Moosweiher. Zumindest behauptete das die Wanderkarte. Optisch hätte es auch eine Expedition durch die Arktis sein können – viel Weiß, viel Grau und sehr viel gefrorenes Wasser. Der angekündigte „Blick auf Iber“ fiel kurz und bündig aus: die Kirche mit dem Zwiebelturm war nur schemenhaft zu erkennen.
Die Rettung nahte in Form des Vilstalwanderwegs, der uns nach Süß zur Mittagseinkehr leitete. Hier geschah das Wunder: Die eingefrorenen Gesichtszüge tauten langsam auf, und aus dem kollektiven Zähneklappern wurde wieder eine angeregte Unterhaltung. Gutes Essen und Getränke wirkten wie Frostschutzmittel für die Seele.
Frisch aufgetaut und mit neuem Mut (und gefüllten Mägen) nahmen wir das letzte Teilstück in Angriff. Auf dem Vilserlebnisweg rutschten – pardon, wanderten – wir zurück Richtung Hahnbach. Die Vils begleitete uns treu, während wir uns bemühten auch die letzten Kilometer unfallfrei zu überstehen. Am Ende der Tour wurde dann der Weg etwas einfacher, da er doch überwiegend eisfrei nach Hahnbach zum Parkplatz führte.
Fazit: 13 Kilometer, 16 rote Nasen, kein einziger Sturz (zumindest kein dokumentierter!) und die Erkenntnis, dass es kein schlechtes Wanderwetter gibt und die frische Luft und zwischendurch auch angeregte Unterhaltung Balsam für Lunge und die Seele ist.